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Öffentlichkeit, Inklusion, Integration, Partizipation, Studie

Wohnungssuche für arme Familien besonders schwer

wohnungArme, kinderreiche Familien haben es in deutschen Großstädten sehr, sehr schwer, eine familiengeeignete Wohnung zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt die  Studie der Bertelsmann StiftungWohnungsangebot für arme Familien in Großstädten“(pdf), in der der erstmals der Wohnungsmarkt der 100 einwohnerstärksten Städte Deutschlands vor dem Hintergrund des Einkommens von Familien – im Speziellen von armen Familien – analysiert wurde.  Die Kernaussagen der Studie:

Wohnkosten:

28,3 Prozent ihres Einkommens haben alle deutschen Haushalte im Jahr 2011 für Wohnkosten ausgegeben, die armutsgefährdete Bevölkerung 50 % des monatlichen Einkommens.

  • Alleinerziehende wendeten 2011 38,7 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen auf, armutsgefährdete Alleinerziehende 52,3 Prozent.
  • Bei Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder) machte der Anteil für die Wohnkosten im Jahr 2011 24,4 Prozent des Einkommens aus, bei armen Familien lag der Anteil bei 42,9 Prozent

In Österreich ist die Situation nicht ganz so angespannt: Die ÖsterreicherInnen gaben laut letzter Konsumerhebung 2009/2010 23,8 % für Wohnen und Energie aus. 64% der armutsgefährdeten Personen haben einen Wohnkostenanteil am Haushaltseinkommen von mehr als einem Viertel. Alleinerziehende, – und bei Personen, die während des ganzen Jahres keine Arbeit fanden, macht dieser Anteil sogar 49% aus.

Wohnungsverfügbarkeit:

In den 100 einwohnerstärksten deutschen Städten sind im Durchschnitt 43 Prozent aller Wohnangebote (Eigenheime, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen) familiengeeignet (Mindestens 3 Zimmer, 75 m²). Nur 12 Prozent der familiengeeigneten Wohnungsangebote sind auch für arme Familien finanzierbar.

Von allen Mietwohnungen sind 27 Prozent familiengeeignet. Davon ist nur jede dritte Wohnung (32 Prozent) für arme Familien finanzierbar.

Geeignete und finanzierbare Wohnungen für arme Familien sind räumlich hoch konzentriert. Das heißt, arme Familien sind bei der Wohnungswahl in den meisten Fällen auf ganz wenige Viertel beschränkt.

Studie: „Wohnungsangebot für arme Familien in Großstädten“ (Homepage der Bertelsmann Stiftung, 2014)

Definitionen:

Als Familien gelten in der Studie nach dem Mikrozensus alle Eltern-Kinder-Gemeinschaften, also Ehepaare, nichteheliche gemischtgeschlechtliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter und Väter mit ledigen Kindern im Haushalt. Dazu werden auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder gezählt. Eine Familie besteht somit immer aus zwei Generationen – Elternteil(e) und im Haushalt lebende ledige Kinder.

Als einkommensarm gilt laut EU-Konvention, wer die Schwelle von 60 Prozent des mittleren, gewichteten Pro-Kopf-Einkommens unterschreitet. Das mittlere, gewichtete Pro-Kopf-Einkommen wird berechnet als Median des Äquivalenzeinkommens. Das Äquivalenzeinkommen wiederum wird ermittelt, indem die Summe aller Einkünfte im Haushalt durch die gewichtete Anzahl aller Haushaltsmitglieder geteilt wird.

 

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Über Karin Zauner

Freie Journalistin, Kommunikationswissenschafterin

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