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„Die Jugend“ gibt es nicht

JugendIn einer von Krisen gebeutelten Zeit wächst eine Generation (14 bis 29-Jährige) heran, die zu hören bekommt, dass sie den Lebensstandard ihrer Eltern nicht halten wird können. Das ist ein Ergebnis von vielen der Sinus -Milieus®-Jugendstudie 2013 – durchgeführt von den Markt- und Meinungsforschungsinstituten Integral und T-Factory (Pressetext).

Die WissenschaftlerInnen haben eine detaillierte Untersuchung jugendlicher Lebenswelten (14 bis 29 Jahren) auf der Basis der Sinus -Milieus® durchgeführt. Aus 50 teilweise mehrstündigen Explorationen mit jungen ÖsterreicherInnen sowie 1.500 Onlineinterviews  (repräsentativ für diese Altersgruppe) ergibt sich ein heterogenes Bild der Lebenswirklichkeiten. Sechs Jugend-Milieus wurden identifiziert:

Die Digitalen Individualisten (18 %) setzen auf offensives Experimentieren und kreative Welterkundung und verspüren die Gewissheit, aufgrund ihrer guten Ausbildung und der sozialen Kontakte ihrer Eltern schon einen guten Platz in der Gesellschaft zu finden.

Die Adaptiv-Pragmatischen Jugendlichen (18 %) dagegen, deren Eltern oft die Mitte der Gesellschaft repräsentieren, reagieren auf die unsicheren Verhältnisse mit defensivem Sicherheitsstreben, orientieren sich am Machbaren, sind besonders flexibel, fleißig und anpassungswillig. Sie haben zu oft von ihren Eltern gehört, dass sie deren Lebensstandard nur schwer halten können und sind entsprechend weniger optimistisch.

Die Hedonisten (21 %) sind spontan, emotional und leben in der Gegenwart. Sie stammen oft aus benachteiligten sozialen Schichten, verweigern sich den Werten des Mainstreams und suchen sich eine Überlebensnische in einer manchmal als feindselig empfundenen Welt. Sie markieren den pessimistischen Gegenpol zu den Performer. Sie sehen geringe Chancen für ihre Zukunft, sind aber spaß-und konsumorientiert.

Die Konservativ-Bürgerlichen (17 %) halten Selbstdisziplin wichtiger als Selbstentfaltung; sie beharren auf der alten Ordnung, sind familien- und heimatbewusst und pflegen einen bewusst konservativen Lebensstil und sind zielstrebig.

Die Performer (15 %) ist optimistisch und karriereorientiert. Nichts und niemand kann sie brechen. Auch sie kommen normalerweise aus guten sozialen Verhältnissen und sind überzeugt, sich in der globalen Welt gut behaupten zu können. Sie sind die optimistischen.

Die Postmateriellen (10 %) stemmen sich gegen den Zeitgeist und Materialalismus und Konsum sehr kritisch.

Rückbesinnung auf alte Werte
Die Reaktion auf die krisengeschüttelte Umgebung, auf Orientierungslosigkeit und Unsicherheit ist die Rückbesinnung auf alte Werte (Familie, Fleiß etc.),  Distanz zu Ideologien (Politik, Religionen) und der kolletiven Gesellschaft. In einer schnelllebigen, informationsüberfluteten Welt sei es den jungen Menschen besonders wichtig, „auf sich zu schauen“.

75 % politisch uninteressiert
Politisches Interesse ist bei den jungen ÖsterreicherInnen ein Minderheitenprogramm. Nur die Postmateriellen (10%) und die global bzw. international gestimmten Performer (15%) interessieren sich für politische Prozesse und Parteien. Die anderen Milieus sind primär auf ihr Nahumfeld, ihre Familie, Freunde und berufliche Interessen bezogen. Das schließt allerdings Engagement nicht aus, speziell dort, wo es persönliche Anknüpfungspunkte gibt, bei „Projekten“, z.B. bei Hilfeleistungen für von Unglück betroffene Familien.

(Quelle: Pressetext Integral/T-Factory)

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Über Karin Zauner

Freie Journalistin, Kommunikationswissenschafterin

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