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Öffentlichkeit, Diversität, Wissenschaft

Die große Angst vor den AusländerInnen

angst_dirkb86Persönliche Schicksalsschläge (Krankheit, Verlust des Partner/der Partnerin), Umweltzerstörung und Atomkraftwerke – das fürchten die ÖsterreicherInnen am meisten. Doch schon knapp dahinter folgt die Angst vor hohem Ausländeranteil in Österreich. Das sind die Ergebnisse der GfK-Austria Studie zu den „Ängsten der ÖsterreicherInnen“ (Diagramme), die im Februar 2013 veröffentlicht wurden. 4.500 ÖsterreicherInnen wurden im Rahmen der Studie schriftlich befragt.

Die Angst vor „zu vielen“ Fremden ist in Österreich laut dieser GfK-Studie stärker ausgeprägt als etwa die Angst vor Armut, Krieg, Terrorismus und Einsamkeit. Dieses Ergebnis ist wenig überraschend, wird doch das Verhältnis der ÖsterreicherInnen zu den Zugewanderten in sehr vielen Studien (z.B. Rosenberger/Seeber 2011) als höchst angespannt beschrieben.

Ein Blick in die Publikation der Statistik Austria „migration & integration. zahlen. daten. indikatoren.2012“ bestätigt das Unbehagen der ÖsterreicherInnen:

So sagen 57 Prozent der ÖsterreicherInnen, dass die Integration eher schlecht oder sehr schlecht funktioniere. Das ist zwar eine Verbesserung von 10 Prozentpunkten im Vergleich zu 2010 (Statistik Austria 2012, 88), aber dennoch ein hoher Wert.

„Pessimistischer beurteilen die Situation die 60- und Mehrjährigen, Personen mit niedriger Schulbildung, Hilfs- und angelernten Arbeiter sowie Befragte in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Steiermark. Das Geschlecht der Befragten sowie die Kontakthäufigkeit mit Zugewanderten spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Die Kontakthypothese, wonach der tägliche Umgang mit der zugewanderten Bevölkerung zur Kooperation und zum Verständnis beiträgt, war 2012 in der Tendenz gegeben, wenn auch nicht stark ausgeprägt.“ (Statistik Austria 2012, 88)

Anders bewerten die zugewanderten Menschen das Integrationsklima: Die überwiegende Mehrheit der Personen mit Migrationshintergrund, nämlich 87,1%, fühlt sich völlig oder eher heimisch. Nur 8,4%
der Befragten fühlen sich weniger und 4,5% überhaupt nicht heimisch.

Literatur:
Statistik Austria (2012): migration & integration. zahlen. daten. indikatoren. 2012. URL: http://www.integration.at/fileadmin/Staatssekretariat/4-Download/Integrationsbericht_2012/migration_integration_2012_72dpi.pdf. Abgerufen am 2. März 2013.

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Über Karin Zauner

Freie Journalistin, Kommunikationswissenschafterin

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